Thursday, August 09, 2007

Buchtipp: Java Puzzlers

In "Java Puzzlers - Traps, Pitfalls, and Corner Cases" stellen Joshua Bloch und Neal Gafter, zwei herausragende Personen der Java-Welt, 95 "Java Puzzle" vor. Dies sind kleine Codestücke, bei denen der Leser herausfinden soll, was der Code macht. In der Regel tut er nicht, das was von ihm erwartet wird.

Anschließend stellen die Autoren stets vor, was der Code wirklich macht und gibt Tipps, wie man die Probleme vermeiden kann. Die Puzzle drehen sich um verschiedene Bereiche von Java u.a. die Probleme von automatischen Casts, Generics, Autoboxing (beliebte Quelle für NullPointerExceptions), Klasseninitialisierung und Exceptionhandling. Aber auch die Java-Bibliothken werden angesprochen.

Die Puzzle und die Auslösungen sind wirklich extrem verzwickt und wären ideal für einen sadistischen GP1-Tutor. Das Lesen hat einfach Spaß gemacht.

In einem zwei Monate altem Artikel von mir habe ich vermutet, dass der Gebrauchswert von "Java Puzzler" geringer ist als der des Buches "Effective Java".
Dem ist wohl auch so, aber "Java Puzzlers" ist nicht nur nett zu lesen, sondern kann tatsächlich eine hilfreiche Lektüre sein.

In einem aktuellen Universitätsprojekt ist man gleich in mehreren Fällen auf die im Buch präsentierten Fallstricke "reingefallen",z.B. auf Puzzle 1 (Oddity), Puzzle 29 (Bride of Looper), Puzzle 57 (What’s in a Name?) und Puzzle 58 (Making a Hash of It).

Als Fazit kann man sagen, dass es nicht den gleichen praktischen Wert hat wie "Effective Java", aber mit dem Tipps und dem Wissen aus dem Buch wird man nicht so leicht über die Randbereiche von Java stolpern bzw. man wird eher erkennen, wo die Randbereiche liegen. Nun kann man leicht sagen, dass in gut geschriebener Software die aller meisten Probleme aus den Puzzles nicht auftauchen. Die meisten Puzzles sind schon ziemlich obskur, so dass die meisten Entwickler den Code sowieso umschreiben würden. Aber die Hinweise sind auch in der Realität wichtig (siehe oben) auch weil nicht jeder Code perfekt geschrieben ist. Wenn man Code vorgesetzt bekommt, der nicht gut geschrieben ist und weitgehend ungetestet, dann können die Hinweise Gold wert sein.

Die gute Nachricht ist, dass viele der Randfälle aus dem Buch auch durch das statische Analysetool FindBugs (eigentlich mal einen eigenen Artikel wert) gefunden werden. Um ehrlich zu sein, habe ich die oben erwähnten Bugs nicht durch Java Puzzlers sondern durch FindBugs entdeckt.

Wer in Java Puzzler hineinlesen möchte, kann die Probekapitel auf javapuzzlers.com lesen. So interessant wie das Buch sind auch die jährlichen Puzzlevorträe auf der JavaOne-Konferenz, die online ansehen gewerden können. Bei Sun gibt es die Talks als Audiopräsentation mit Transskript und den Slides (2007, 2006) , den 2007-Vorträ gibt es auch bei Google-Video (Joshua Block zusammen mit FindBugs-Autor Bill Pugh)

Fazit: Kein Muss-Lesestoff, aber durchaus interessant, lehrreich und gleichzeitig Fun. Zumindest wenn man nicht absolut allergisch auf die Bezeichnung "Geek" reagiert.

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