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Wednesday, December 24, 2008

Unterverständnis über das Qimonda-Hilfspaket

Laut heise.de will sich das Land Sachsen mit 150 Millionen Euro für den Speicherchiphersteller Qimonda beteiligen. Durch die Pleite wären die Arbeitsplätze von 3200 Mitarbeiten bedroht.

Das sind mal eben 46.000 Euro pro Arbeitsplatz, die vom Steuerzahler aufgebracht werden müssen. Das sind Größenordnungen, die fast an die Kohlesubventionen im Ruhrgebiet herankommen.

Der Haushalt des Landes beträgt 3,4 Milliarden (Quelle). Das bedeutet, dass 4% des gesamten Haushalts in ein Unternehmen gepumpt wird, dass "seit Geschäftsbeginn im Jahr 2005 [...] Milliardenverluste einfährt" und deren "strukturellen Probleme seit Langem bekannt sind" (Quelle).

Mir ist nicht klar, was außer reinem Populismus Politiker dazu bringt, so das Geld aus dem Fenster zu werfen. Sie können doch nicht ernsthaft glauben, dass die Strukurprobleme der Firma irgendwie gelöst werden, wenn man mal eben etwas Bargeld hineinpumpt. Wenn die Firma dann 2010 anstatt 2009 insolvent geht, dann ist das Geschrei wegen der "Heuschrecken" und den bösen Unternehmen wieder riesig. Das ist doch abzusehen. Ich kann, wenn ich die Nachrichten im Moment verfolge, nur den Kopf schütteln. Mit 150 Millionen lässt sich so viel sinnvolles anstellen, aber der Firma ein oder zwei Jahre zu schenken, gehört ganz bestimmt nicht dazu. Aus Holzmann und Co. wurde offensichtlich nicht gelernt.

Thursday, November 20, 2008

Monty Python on YouTube

Nein, heute mal nicht die Programmiersprache, sondern die Komikergruppe:

Thursday, November 13, 2008

Es wurde ein Zeichen gesetzt

Spiegel Video: http://www.spiegel.de/video/video-40242.html

Der Veranstalter sagt, es wurde ein Zeichen gesetzt.

Da hab ich Angst um dieses Land. Warum wird Linke-Gewalt in der Öffentlichkeit so geduldet? Ich verstehe es nicht. Die Spiegel-Reporterin meint lapidar: "Die Schüler spielen etwas 68er". Was machen diese Schüler erst wenn sie groß sind? Andersdenkende an die Wand stellen?

Saturday, October 25, 2008

Cool! Livestream vom Bundeskongress der Julis

Bei neuen Technologien als Hilfsmittel der innerverbandlichen Partizipation sind die Julis meist an der Spitze. Zum Beispiel ist juli-blogs.de ist knapp zwei Jahre älter als jusos-blogs.de.

Von dem Bundeskongress der Julis an diesem Wochenende gibt es auch erstmals einen - gut gemachten - Videostream. Sehr cool, sehr nacharmungswert. So kann evtl. sogar ich als Juli-Rentner nochmal meinem Senf abgeben (per Blog) ohne Hunderte von Euros ausgeben zu müssen. Auch bei Twitter ist der Bundeskongress vertreten.

Saturday, September 27, 2008

Politik: Antragsbuch zum Landeskongress der Julis NRW

Ich habe gerade das Antragsbuch zum 68. Landeskongress der Julis NRW im Briefkasten gefunden und ehrlich: Es zeigt mal wieder warum es gut ist, dass ich nicht mehr aktiv dabei bin. Warum kriege ich eigentlich von das Antragsbuch?

Warnung: Der folgende Text könnte für Nicht-Junge-Liberale etwas kryptisch und unverständlich sein? Was ein KV? Was ein LAK? Was ein Landeskongress? Was ist ein Antrag? Sorry, ich will in den Artikel nicht noch mehr Zeit stecken um in allgemein verständlich zu machen. An vielen Stellen fehlt aus dem gleichen Grund einer detaillierte Begründung für meine Meinung. Kann ich bei Bedarf nachliefern.

Der Leitantrag ist eindeutig eine Arbeit von Plahr und gewohnt gut. Dass sich viele Delegierte unter "unveräußerlichen Rechten" und "offener Gesellschaft" nichts vorstellen können, ist ein bekanntes Problem. Zustimmung wird dieser Antrag natürlich trotzdem finden.

Der Antrag zur Gleichstellung von Religionslehrern, d.h. das Religionslehrer ihr Fach auch ohne Zustimmung der Kirche ausüben dürfen müssen, ist erfreulich (Trennung von Kirche und Staat). Das Autonomie der Schulen als Begründung angeführt wird (steht im Antragstext ist aber eine Begründung, egal) finde ich gut. In der letzten Zeit hat sich LAK Bildung angestrengt hat, die Schulautonomie mit Füßen zu treten u. A. mit der Begründung so etwas gäbe Probleme beim Zentralabitur (siehe Antrag: Abschaffung des Abiturs an Berufskollegs - Der Antrag ist der Grund für meiner Rücktritt vom stellv. Leiteramt und Austritt beim LAK Bildung). Da finde ich es schön, wenn einige die Schulautonomie nicht vergessen haben.

Ein Beispiel für die gewöhnte Richtung des LAK Bildung - der Staat als Gesellschaftskonstrukteur und Erzieher zum richtigen, zum gewünschten Menschen - ist der Antrag "Kulturpass für Kinder und Jugendliche in NRW" - Juhu, noch eine weitere Pauschalsubvention für den Kulturbetrieb - Noch mehr Umverteilung von unten nach oben. Es gibt wirklich andere Möglichkeiten für Kultur für Kinder,Jugendliche und Menschen mit klammen Geldbeutel bezahlbar zu machen, ohne diese Umverteilungskomponente. Darüber hab ich mal eine Diskussionsrunde in Köln mit dem Titel "Kultur ins Grundgesetz - Wichtig für das Land der Dichter und Denker oder staatliche Umverteilung von unten nach oben" geleitet.

Auch die Einführung eines Kindergartenpflichtjahres ist typisch für dieses Antragsbuch. Hat mal irgendwer von denen ins Grundgesetz geschaut? Da steht etwas von 6 Jahren und Schulpflicht und nicht von 5 Jahren und Kindergartenpflicht.

Aber nicht nur der LAK Bildung kann die Vision "Schulautonomie" ablehnen. Der Kreisverband Köln kann es auch. So gut sich der Antrag "Lehrpläne müsen die Verbrechen der DDR umfassend thematisieren" anhört, ja, in der derzeitigen System der Bildungs-Mikrokontrolle durch das Land sogar sinnvoll ist: Die Ziele in der Bildungspolitik sollten für Liberale sein die Mikrosteuerung den Schulen zu überlassen. Jeder Antrag der die Einführung von neuen Lehrinhalten, neuen Fächern sind ein Schritt in die falsche Richtung. Vielfach sind die Lehrpläne auch schon weiter als es in den Antragen dargestellt wird. Ich würde unter keinen Umständen jemals derartige Anträge unterstützen, wenn sie nicht klipp und klar angeben, warum die aktuellen Lehrpläne nicht ausreichend sind. Das fehlt in der Begründung allerdings völlig.

Während eine weitgehende Schulautonomie noch ein Vision ist (zumindest in Deutschland, andere Länder sind dort wesentlich weiter), ist Hochschulautonomie Realität. Das hält den Bezirksverband OWL nicht davon ab, die landesweite Einführung von Lehrevaluationen zu fordern. Die sollen dann durch die Fachschaften u.a. in Zusammenarbeit mit qualitativen Sozialforschern erfolgen. Ja, wie lange soll das den dauern? Wie viel soll es kosten? Wo ist der Mehrwert durch die Beteiligung der Sozialforscher? Also ich vertraue meiner Fachschaft, dass sie grundlegende Statistik können.
Wo ist allgemein der Mehrwert gegenüber einer freiwilligen Evaluation durch die Fachschaften? Seit wann ist das Land in irgendeiner Form den Fachschaften gegenüber weisungsberechtigt? Gibt es dann Strafgelder für Fachschaften, wenn diese keine Evaluation durchführen?

Und ehrlich: Gibt es tatsächlich Fachschaften, die nicht schon selbstständig Evaluationen durchführen? Wenn ja (ich hoffe es nicht), dann ist es deren Versäumnis und Problem. Landesgesetze helfen nicht, um lokale Probleme wie untätige oder unfähige Fachschaften zu lösen.
Glaubt den irgendwer dass ein Professur in NRW berufen wird ohne, dass sich die Studentenvertreter im Berufungsausschuß nach der Lehrevaluationen des Bewerber umhören? Ich kann mir es nicht vorstellen.

Ja, Lehre muss größer geschrieben werden, aber ein Gesetz zur Lehrevaluation ist IMHO nicht der richtige Weg.

Gerade zu skandalös finde ich den Antrag "Diagnose: Verdacht auf Störung der Sexualpräferez? - Nein Danke!". Aus Diskriminierung und aus Datenschutzgründen soll unter anderem die Diagnose "Pädophilie" verboten werden. Ja, geht es denn noch? Die Diagnose als Krankheit ist die einzige Chance für die Patienten auf Hilfe.

Der KV Köln reitet - IMHO ohne Sachkenntnis - auf der aktuellen Datenschutzwelle bezüglich Internetdiensten mit. Dabei erfinden sie eigentlich nur schon bestehendes Recht neu. Die einzige wirkliche Neuerung ist die Verpflichtung "personenbezogene Daten maximal 6 Monate zu speichern". Wo kommt diese willkürliche Grenze her?
Soll das ein neuer Grundsatz mit BDSG werden oder nur für Internetanbieter? Nur für Google? Ich fände es blöd, wenn nach 6 Monaten mein StudiVZ-Profil und meine GMail-Mails gelöscht werden.
Lasst doch bitte die Benutzer entscheiden, ob sie einem Anbieter vertrauen oder nicht. Keine willkürlichen Grenzen in irgendwelche Gesetze schreiben nur weil ihr - KV Köln - natürlich viel besser wisst, was richtig für alle ist.
Mein Standpunkt zum Datenschutz ist, dass Information was mit Daten passiert, welche Daten gespeichert werden, extrem wichtig ist. Wenn diese Informationen vorliegen oder weitgehend vorliegen, dann ist es die freie Entscheidung als mündiger Bürger sich für Dienst A, Dienst B oder keinen Dienst zu entscheiden.

Das einzige Highlight - auch vom KV Köln - ist der Antrag "Nein zum "Nanny State" - Suchtprävention durch Aufklärung und Beratung statt Volkspädagogik". Inhaltlich fordern sie, die Ablehnung von:
- Tageszeitabhängige Verbote des Verkaufs alkoholischer Getränke
- Ortsabhängige Verbote von Alkoholverbote, ausgenommen: Öffentliche Plätze, sowie Spiel- und Bolzplätze.
- Verbote von "Flatrate-Partys"
- Heraufsetzung des Mindestalters für den Erwerb und Konsum nicht branntweinhaltiger alkoholischer Getränke auf 18 Jahre
- Werbeverbote für Alkohol
- Steuererhöhungen auf alkohlische Getränke
stattdessen fordern sie auf Beratung und Aufklärung.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich schon:
- Warum die Ausnahme von öffentlichen Plätzen? Ich lehne diese Maßnahme - die eigentlich nur den örtlichen Wirten helfen soll - ab.
Ansonsten kann ich dem Antrag zustimmen.

Formal ist schön, dass Antrag und Begründung ordentlich getrennt ist. Die Begründung ist ausführlich und gut. So sollen Anträge aussehen.

Von der sehr guten formalen Arbeit des KV Köln beim "Nanny-State"-Antrag kann der KV Hagen nur lernen. Ich möchte keine rhetorischen Fragen in einem Antrag - wenn dann gehört so etwas in die Begründung. Ich möchte keinen Antrag der zu 2/3 aus reiner Begründung besteht.

Der Antrag "Reform des öffentlich-rechtlichen Bankensektors" durch den LAK Wirtschaft ist im Grunde sehr gut, ist aber durch die Realität überholt worden. Heute würde niemand mehr Sätze schreiben wie "Die öffentlich-rechtlichen Banken sollen in erster Linie Förderbanken sein, wie es praktisch schon erfolgreich mit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) gelebt wird".

Der Rhein-Kreis-Sieg will eine Klärung, ob die Julis für die Abschaffung oder die Aussetzung der Wehrpflicht sind. Dies sei angeblich nicht klar. Ein Blick in die Beschlusslage und auf die Homepage hilft: Dort steht die Forderung "Wehrpflicht abschaffen". Ehrlich Leute. Ein Anruf beim Landesprogrammatiker hätte da bestimmt schnell weitergeholfen.

All den Julis, die stets meinem mit mehr Gesetzen und Verordnungen, empfehle ich u.a. die tägliche Lektüre der "Bissigen Liberalen."

Saturday, July 05, 2008

Zeit.de: "Ihren Fitness-Ausweis, bitte!"

Erschreckend realistische Zukunftsvision auf zeit.de:

"Was darf’s denn sein?", fragt der Kellner. - "Ich hätte gerne das argentinische Riesensteak mit Bratkartoffeln, dazu eine Flasche Rotwein bitte.“ Der Kellner mustert mich prüfend. "Dann müsste ich laut Gesetz zum Schutze vor Übergewicht kurz einen Blick auf ihren Fitness-Ausweis werfen", entgegnet er mir streng.

Im Moment werden wir ja gut in diese Richtung "angefüttert".

Friday, July 04, 2008

Mein Blogprojekt wird in der TAZ erwähnt

Interessant, was Google Alert mir heute in den Feedreader geliefert hat.

Mein Blogprojekt "juli-blogs.de" in der linken Zeitung "TAZ" erwähnt und nichtmal zerrissen oder sonst billig niedergemacht wie sonst bei der TAZ üblich:

Wer glaubt, es mit einem Generationenproblem [die schlechte Aufstellung der Parteien im Web 2.0] zu tun haben, sieht sich getäuscht. Internet und alles, was dazu gehört, gilt immer noch als junges Thema. Doch die Nachwuchsorganisationen der Parteien sind dort kaum besser aufgestellt. Zwar verfügt die grüne Jugend über ein Weblog und ein eigenes wiki; auch die Jungliberalen bloggen, und die Jusos haben das zumindest mal getan. Wer aber derartiges bei der JU oder den jungen Linken sucht, wird nichts finden.

Auf die hypercoole Web 2.0 Community "my.fdp.de" hätte die TAZ aber eingehen können. Haben die Redakteure etwas nicht die Masse von Pressemitteilungen gelesen, die die FDP darüber herausschickt? Die Plattform hätten sie dann auch mit Recht niedermachen können.

Aber "wir" sind nicht die "Jungliberalen", sondern die "Jungen Liberalen" "juli-blogs.de" ist kein offizielles Projekt.

P.S. Da fällt mir auf, dass ich wirklich dringend die Umlaut- und Linkprobleme von "juli-blogs.de" beheben muss.

Tuesday, May 06, 2008

Podcast-Liste

Podcasts sind eine nette Sache auf langen Zugfahrten, im Bus, auf eine CD gebrannt auch im Auto. Vor Urzeiten (ca. 2 Jahre oder so) hab in schon mal eine Liste der Podcasts gepostet, die ich regelmäßig höre. Zum einen hat die Liste den Servercrash nicht überlebt, zum anderen dürfte sich die Liste auch total gewandelt haben.

Derzeit höre ich:

  • The Java Posse: Ein richtig guter Podcasts von 4 Java-Gurus über aktuelle Java (+ Umfeld wie Andriod)-News, Diskussionen und Interviews. Es lohnt sich mal die gesamte Liste alle Folgen zu überfliegen. In den Archiven verstecken sich reichlich Schätze in Form von Interview mit z.B. Josh Bloch, Gavin King (Hibernate), Bill Pugh and Brian Goetz, Martin Odersky (Scala), (Crazy) Bob Lee (Guice), usw.
    "The Java Posse" ist (oder wird langssam) eine Größe in der Java-Welt. Immerhin veranstalten sie ihre eigene OpenSpace-Konferenz (Java Posse Roundup) und haben auch eine Diskussions-Session auf der JavaOne-Konferenz (nächste Woche).

  • Semi-Coherent Computing: Ein sehr professionell gemacher Podcast von "The Register" zu Datacentern und Datacenter-Technologien.


  • Software Engineering Radio: Ein Podcast zu allen Themen des Software Engineering. Wirklich interessant und hat oft einen breiteren, sprachunabhängigen Blickwinkel. Manchmal etwas - naja, Buzz-Word getragen: Ich persönlich kann SOA einfach nicht mehr hören.

    Wirklich cool (aber nur am Rand SE bezogen) fand ich das Interview zu Microsofts Forschungsbetriebssystems Singularity, dass z.B. durch Codeanalyse sicherstellt, dass ein Objekt niemals von zwei Prozessen referenziert werden kann. Dadurch kann komplett auf Speicherschutz verzichtet werden. Eine recht typische Folge ist "Fault Tolerance with Bob Hanmer"

  • Philosophy Bites: Von Philosophy Bites habe ich bisher erst eine Folge gehört (gestern abend auf dem Heimweg vom Grillen!): "Richard Reeves on Mill's On Liberty". Aber es war eine richtig schöne Zusammenfassung on Mills Philosphie der Freiheit. Ich hab selten ein Buch mit einem höheren "Intelligente Gedanken pro Seite" Wert gelesen: Ja, ich mag Mill, allem Utilitarismus zum Trotz. Gerade in Zeiten in denen die Politik (insbesondere die Grünen und Frau von der Leynen, aber im Grunde das gesamte Spektrum) den Menschen vorschreiben wollen wie ein gutes und richtiges Leben auszusehen hat, ist Mill IMHO kaum zu überschätzen.

  • J!Cast: J!Cast ist ein Jura-Podcast zum Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht. Auch halbwegs verständlich für den interessierten Laien wie mich.

  • Chaosradio Express: Interviews zu vielen total verschiedenen meist technischen, teilweise aber auch politischen Themen von Hubschraubern. Oft sehr interessant, aber meist zu lang für meinen Geschmack (über 2 Stunden).

Tuesday, March 18, 2008

Plagiate

In guter Regelmäßigkeit wird durch Hochschulen bemängelt, dass Studenten Teile von Seminararbeiten oder sogar Diplomarbeiten aus dem Internet abschreiben: Ein Plagiat.

Und ich sehe keinen Grund so etwas zu verteidigen. Es missachtet die Arbeit des originalen Autors, stellt dem Prüfer in Abrede dies zu entdecken zu können und unfair gegenüber Mitstudenten, die ehrlich ihre Leistung erbracht haben.

Aber ohne Zweifel gibt es dies auch in der anderen Richtung. Spiegel online berichtet von einem Fall bei der ein Professor die Arbeit einer Studenten unter eigenem Namen veröffentlicht hat.

Vielleicht kann mir da mal jemand erklären. Wie kommen Wissenschafter darauf geistige Schöpfung von anderen zu nehmen und unter eigenen Namen in die Welt zu tragen? Wo ist die wissenschaftlich Ethik geblieben?

Wednesday, February 13, 2008

Thema der Masterarbeit

Nachdem am Donnerstag meine letzte Vorlesung gewesen ist (wahrscheinlich!), steht auch das Thema der Masterarbeit fest.

Ich werde, betreut von Andre Brinkmann, über die "Skalierung von Data-Deduplication in Storage Clustern" schreiben. Die Formulierung steht allerdings nicht fest.

Data-Deduplication beschreibt in diesem Feld (im Data-Mining wird der Begriff anders verwendet) Methoden um redundant gespeicherten Dateien* in Speichersystemen zu vermeiden. Zum Beispiel werden in Firmen oft die gleichen Daten (von mehreren Mitarbeitern) mehrmals gespeichert: Die gleichen E-Mails, die gleichen Präsentationen, (im Zweifel) die gleichen mp3-Dateien. Dabei ist es ausreichend, wenn jede Datei nur einmal gespeichert ist. Alle weitere Kopien könnten dann auf die erste Kopie verweisen. Die Problematik in dem Bereich liegt im Erkennen, wann eine Datei redundant ist, dem Datendurchsatz und in der Skalierbarkeit der Ansätze.

Ich finde das Thema spannend für eine Masterarbeit, weil es die Möglichkeit bietet neue Ansätze zu entwickeln, auszuprobieren und zu verwerfen. Es verbindet nicht-triviale Implementierungsaufgaben (das Ergebnis soll per iSCSI in Linux eingebettet werden) mit einem schönen Hauch Theorie (Hashing, Kollisionen, Bloom-Filter, etc). So wie ich es mag.

Außerdem scheint das Thema akademisch bisher kaum behandelt worden zu sein. Wie sagt man so schön: Da könnte Luft für neue Ideen sein.

Die dazu passende Vorlesung "Speichersysteme" (Brinkmann) war meine Lieblingsveranstaltung im Master. Auch "Datenverwaltung in Rechnernetzen" (MadH) fand ich interessant. Aber Herum-Beweisen mit Hashfunktionen, Expandergraphen usw. ist nicht unbedingt meine Vorstellung einer schönen Zeit. Auf keinen Fall für eine Masterarbeit. So scheint das Thema eine gute Wahl zu sein.

Alternativ hätte ich mir z.B. auch eine Arbeit im PC^2 vorstellen können. Aber in der Zeit als ich ein Thema gesucht habe, ist es mir nicht gelungen den einzigen Lehrberechtigten dort (Jens Simon) im Büro zu erwischen und zum anderen klingen mir die meisten Themen-Vorschläe dort zu sehr nach reinem Doing und zu wenig Forschung zum Beispiel die Erweiterung des hauseigenen Resource-Management-Systems zum Feature xy.

Wenn alles gut geht, dann werde ich mit der Masterarbeit nach den letzten Prüfungen und der Vertiefungsprüfung im April beginnen.

* Es wird eher auf "Blockgeräte"-Ebene anstatt auf Dateisystem-Ebene gearbeitet, aber mit "Dateien" lässt sich das Thema wohl besser vermitteln. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Saturday, December 15, 2007

Alte Erinnerungen

Vor vielen Jahren war ich während meiner Wehrdienstzeit u.a. als Rollenspieler ("darstellender Soldat") in der Ausbildung für Auslandseinsätze eingesetzt. Es war eine interessanter, aber auch harte Zeit.

Das Video "Wie die Bundeswehr auf Extremsituationen in Auslandseinsätzen vorbereitet" von zeit.de gibt einen kleinen Einblick in eine solche Ausbildungsarbeit (nicht meine!). Die Szenen mit dem Sozialwissenschaftler kann man dabei mal getrost ignorieren.

Thursday, June 28, 2007

Wieder Wahlen an der Uni: FUMI

Es ist schon wieder Wahl an der Universität. Wie in keinem Jahr zuvor, war das Jahr geprät von Streit in der Uni-Landschaft. Die Abschaffung und Wiedereinführung des Sommerfestivals ist nur ein Beispiel.

Vor einem Jahr habe ich die Liste Naturwissenschaften gewählt. Zeit für eine Neubewertung.
Ich wähle: FUMI - FachschaftsUmfeld Mathematik und Informatik.

Während sich die anderen Alternativen fast nur um sich selbst drehen (Asta-Reform hier, Stellungnahme zu politischen Themen da) will da jemand mal ganz konkret meine Studiensituation verbessern. Dafür ist der ganze Haufen doch (auch) da, oder?

- Grillen auf dem Campus:
Zwar nicht das wichtigste aller Themen, aber schon gut.

- Studiengebührentransparenz:
Absolut, ich will wissen, wo mein Geld hinfließt. Meine kleine private Verschwörungstheorie ist ja, dass die Zahlen im Asta detailiert vorliegen, aber absichtlich zurückgehalten werden. Sonst müsste man noch zugeben, dass das für Tutorenstellen für überlaufende Veranstaltungen geschaffen wurden, usw. Und es darf ja nicht sein, was nicht sein soll.

- Uni-Linie um 13:50:
Die Uni-Linie ist ein wichtiges Thema. Eine Fahrt mehr wäre ein echter Vorteil für alle Studenten, die oft zwischen FÜ und Uni wechseln müssen.

- mehr Campusleben:
Allgemeinplatz, der von jedem gefordert wird. Weg dahin bleibt unklar.

- Cafete schon ab 7:15 Uhr:
Kaffee! Längere Öffungszeiten des Palmengartens in der FÜ wären ebenfalls sinnvoll. Früher öffnen (15 Minuten früher würde schon über die erste Vorlesung helfen), später schließen (15:30 ist doch etwas früh).

- Arbeitsplätze in D und E, mehr Arbeitsplätze in der Bibo:
Wie lange bin ich schon durch die Uni geirrt, um Arbeitsplätze zu finden. Volle Zustimmung.

- Wasserspender in der Bibo:
Auch eine gute Idee

- Weltfrieden:
Will ich auch! Im Ernst: Sehe ich als Seitenhieb auf die Mitbewerber, die alles versprechen. Insbesondere Dinge, die nicht in der Macht der Asta liegen ("Wir wollen uns dafür einsetzen, dass das Netz der DB ausgeweitet wird" und einige mehr) und Dinge, die mit der Aufgabe der Asta meiner Meinung nach wenig zu tun haben ("gezielten Aktionismus")*. Sie können sich ja gerne gesellschaftlich einsetzen wofür sie wollen, aber sie sollen es nicht unbedingt mit meinem Zwangsbeiträen machen. Die sollten meiner Meinung nach nur für die Vertretung an der Uni, Dienstleitungen, Aktive und ernsthafte Hochschulpolitik genutzt werden.

Meine Vermutung ist zwar, dass in der Fachschaft politisch relativ weit links steht, aber sie wollen offensichtlich durch kleine aber wichtige Schritte die Studiersituation verbessern. Dafür meine Stimme!

* Ich weiß, dass für beides bessere Beispiele existieren, aber die beiden Zitate musste ich einfach in diesem Text unterbringen.

Friday, February 16, 2007

Fair Use, Google und die digitale Bibliothek

Ohne Frage, Google hat im Moment reichlich Stress mit dem Urheberrecht.

Selbst mit dem Copyright-Recht in den USA ist YouTube deutlich ein Problemfall und mit dem (kontinental-) europäischen Recht sieht es noch schlimmer aus.
In Belgien hat ein Gericht gerade wieder wegen Google News gegen Google entschieden.
Auch das Booksearch-Projekt steht in der Kritik.

Das Problem (für Google und IMHO für die Wissensgesellschaft) in Deutschland/Europa ist dass nur wenige relativ genau spezifizierte Ausnahmen im Urheberrecht gibt, so genannte Schranken z.B. die Zitatschranke. Während das US-Copyrightrecht auch sehr weit davon entfernt ist perfekt zu sein, aber dort gibt es wenigstens eine FairUse-Generalklausel, wodurch mehr erlaubt ist als mit unseren "Schranken".

Dort findet eine Prüfung u.a. nach vier Merkmalen statt (Copyright Act)

In determining whether the use made of a work in any particular case is a fair use the factors to be considered shall include—

1. the purpose and character of the use, including whether such use is of a commercial nature or is for nonprofit educational purposes;
2. the nature of the copyrighted work;
3. the amount and substantiality of the portion used in relation to the copyrighted work as a whole; and
4. the effect of the use upon the potential market for or value of the copyrighted work.

Ja, Juristen hassen Generalklauseln, aber ich glaube im Urheberrecht sind sie notwendig.

Wie ich das deutsche Urheberrecht verstehe, dann könnte es schon für jede Suchmaschine, Online-Blogreader und andere Arten von Services, die Daten von anderen Urhebern verarbeiten, sehr knapp werden. (Mein automatisches Blogaggregat juli-blogs.de ist davon nicht betroffen, weil ich die Genehmigung der Urheber habe.)

Aber nimmt (selbst mit einer weitreichenden Definitiv von "nimmt") ein Online-Blogreader-Service dem Urheber wirklich etwas weg, so dass so solcher Serviceanbieter dafür bestraft werden sollte? Ich halte da das FairUse-Prinzip für wesentlich ausgeglichener.

Zurück zum Thema:
Nach deutschem Recht hätte das Booksearch-Projekt wohl keine Chance. Nach dem US-Recht besteht eine ganz gute Chance, dass es rechtlich möglich ist. Laura Dierking hat sich in der 12. Episode von J!Cast mit dem Booksearch-Projekt auseinandergesetzt. Dort werden Fragen beantwortet wie:
Was macht das Projekt? Was wird eigentlich angezeigt? Was sagt das (amerikanische) Urheberrecht dazu?

Thursday, November 16, 2006

Mein ganz persönliches Hochschulfreiheitsgesetz

Auf meinem politischen Blog julitopia.de habe ich einen Beitrag über die Bürokratie bei der Vergabe von SHK-Stellen geschieben.

Da es auch für dirkmeister.de-Leser interessant sein könnte, hier in voller Länge:

Das Hochschulfreiheitsgesetz in NRW hat das Ziel die Universitäten von gängelnden landesweiten Regelungen zu entlasten und einen besseren Wettbewerb zwischen den Hochschulen hauptsächlich im Bereich der Forschung ermöglich. Insbesondere soll die Transformation von Erfindungen und Forschungsergebnissen in Innovationen vereinfacht werden, wie es immer so schön heisst.
Ohne an dieser Stelle ins Detail gehen zu wollen: Zu 90% finde ich das Gesetz gut, über die 10% wird man z.B. am 28.11 im LAK Bildung sprechen müssen.
Ich als Student und mehrfacher Tutor bin natürlich besonders von der Bürokratie bei der SHK-Stellenvergabe betroffen.

Im Moment ist es ein unendlich erscheinender Kampf eine SHK-Stelle an der Uni zu bekommen. Nicht, dass man mich falsch versteht: Es ist keineswegs schwer ein SHK-Angebot von einer Fachgruppe zu bekommen, aber die Formalien sind ungemein umfangreich. 4 Kopien von Formular x, 3 Kopien von Formular y, ...
Aber nicht nur der Papierumfang ist erdrückend auch die Regelungen:

Man darf dies nicht, man darf das nicht. Man darf im Semester nicht mehr als 19 Stunden arbeiten, man darf nicht vor dem fünften Semester arbeiten, man darf kein abgeschlossenes (Bachelor-)Studium haben,....

Sobald man nicht der "Normalstudent" ist, wird es kompliziert. Wenn man zu schnell studiert, wenn man in den Semesterferien arbeitet um sich sein Studium zu finanzieren,...
Diese Regelungen sind in meinen Augen absoluter Blödsinn. Wenn ich als Arbeitnehmer weiß, dass ich die Aufgaben erfüllen kann ohne meine Vorlesungen zu vernachlässigen und wenn eine Fachgruppe meint, dass man für eine Aufgabe qualifiziert ist, dann sollte das doch wohl reichen.
Diese Hochschulbürokratie schafft es immer wieder die Leistungswilligen zu bestrafen. Aber das scheint ja nicht nur ein Problem innerhalb der Hochschule zu sein....
Meine ganz persönliche Anforderung an der Hochschulfreiheitsgesetz ist es, dass diese umfangreichen Vorschriften zu SHKs abgeschafft werden und einfache, transparente Regelungen an der Universität geschaffen werden, so dass die Studenten, die neben dem Studium auch in die Forschung gucken wollen, dies auch als Studentische Hilfskräfte tun können.

Die 19 Stundenregelung, das Arbeitsverbot in den ersten vier Semestern, das Arbeitsverbot bei mehrfach verlängerten SHK-Tätigkeiten müssen abgeschafft werden.
Schafft das Hochschulfreiheitsgesetz dies? Ich glaube nicht, dafür liegt der Fokus auf ganz anderen Themengebieten. Eine Entbürokratisierung würde diesem Bereich aber gut tun.

Sunday, May 28, 2006

Wo war Amnesty die letzten 16 Jahre?

Ich wollte gerade dem Aufruf von Andreas Schäfer von "Für die Freiheit streiten" nachkommen und auf der Seite irrepressible.info für Internetfreiheit (eine Aktion von Amnest International UK) unterschreiben.

Amnesty International hat die Kampagne "Be irrepressible" gestartet, eine Unterschriftenaktion gegen Zensur im Internet. Amnesty International möchte die Liste im November vorlegen, wenn die UN mit Regierungen und Unternehmen aus aller Welt über Internetzensur diskutiert.

Geschockt war ich nur als ich mir die Länderliste auf der Seite zum Unterzeichnen angesehen habe.
Dort steht direkt unter "Germany": "Germany Democratic Republic".
Wo waren AI bitte in den letzten 16 Jahren? Da haben die "auf der Insel" nicht wirklich mitbekommen, was so auf dem europäischen Festland los gewesen ist.

Trotzdem: Die Aktion verdient unsere Unterschützung und ich habe unterschrieben.
Es würde mich freuen, wenn möglichst viele diesem Beispiel folgen würden.

Saturday, May 20, 2006

Filmtipp: Das Leben der Anderen

Der Filmtipp heute ist der deutsche Film "Das Leben der Anderen",(Spoiler-Warnung) der schon seit einigen Wochen in den deutschen Kinos läuft. Aber mit dem Gewinn von 7 "Lolas", dem deutschen Filmpreis, ist der Film wieder präsenter in den Medien geworden.

Der Film handelt von demm Stasi-Offizier Gerd Wiesler, der während einer Überwachung (Operativer Vorgang) des DDR-Schriftsteller Georg Dreyman mit der Zeit Gewissenbisse bekommt.

Unter dem Eindruck dieses Lebens der Anderen weicht Wiesler mehr und mehr von seiner Aufgabe Belastendes über Dreyman zu finden ab, um sich als „Zuhörer" die Welt der Künstler zu erhalten. Er schreibt in seinen Berichten Belangloses und selbst als Dreyman nach dem Freitod eines befreundeten Regisseurs, der in der DDR keine Anstellung mehr bekam, ein Essay über die außergewöhnlich hohe Selbstmordrate in der DDR schreibt und dieses, nachdem er es auf einer ins Land geschmuggelten Minischreibmaschine geschrieben hatte, auf konspirativem Weg dem bundesdeutschen Magazin Der Spiegel zukommen lässt, greift Wiesler nicht ein.

Meiner Meinung nach, genauso bezeichnend für den totalitären Staat DDR als die Hauptgeschichte sind die Randgeschichten, die in dem Film erzählt werden.
Zum Beispiel die (am Ende doch nicht gestellte Frage) "Wie heißt dein Vater?" nachdem sich ein kleiner Junge unwissentlich ausgeplaudert hat, dass der Vater des Jungen die Stasi für Unmenschen hält.
Oder die Szene in der Kantine des MfS als ein junger MfS-Mitarbeiter einen Witz über Honecker erzählt und danach Angst haben muss, dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Insgesamt: Ein wirklich sehenswerter Film, der sich wohltuhend von den anderen DDR-Filmen wie Sonnenalle und Co. abhebt.

Monday, January 23, 2006

Grundschulgutachten, die 2.

Ich persönlich halte das verbindliche Grundschulgutachten in NRW für eine unglaublich schlechte Idee wie ich hier ausführlich dargestellt habe. In Zukunft wird der Lehrer im Zweifelsfall ausdrücklich gegen den Willen der Eltern bestimmen welche Schulform das Kind maximal besuchen darf. Bisher wurden nur Empfehlungen ausgesprochen. Die Entscheidung des Lehrers zählt mehr als der gemeinsame Wille des Kindes und der Eltern. Interessant in dem Zusammenhang ist folgendes Zitat der FDP-Landtagsfraktion:

Wir wollen, [...] daß Eltern die Möglichkeit erhalten, die geeignete Schule für ihr Kind frei wählen zu können. Eltern treffen die beste Entscheidung für ihr Kind.
Dies steht so Wort für Wort in dem "Argumentationspapier - Aufhebung Schulbezirksgrenzen" der Landtagsfraktion.

Bei dem einem Thema  treffen die Eltern die beste Entscheidung für ihr Kind. Bei dem anderem Thema auf einmal nicht? Wie kann man sich nur klarer selbst widersprechen?

Tuesday, January 10, 2006

Filmtipp: Jarhead

Mein Filmtipp ist im Moment der neue Film von dem Regisseur von "American Beauty" Sam Mendes: Jarhead.

Der Film spielt im 2. Golfkrieg Anfang der neunziger Jahre aus der Sicht eines jungen US-Marine. Er zeigt, dass harte und entwürdigende Training in den USA und das monatelange Warten in der Wüste von Saudi-Arabien. Er zeigt, die Langeweile des Wartens und wie die Soldaten aus der Mischung aus Langeweile, Waffen und Demütigung langsam verrückt werden. Am Ende kommt der junge Soldat aus dem Golfkrieg heim und hat nicht einen Schuß abgegeben. Der Film ist definitv keine Komodie, auch wenn es vielleicht in dem nicht so geglückten Trailer so scheint. Es ist genau dann nicht mehr witzig, wenn es ernst gemeint ist.

Spiegel Online hat ein Interview mit dem Regisseur veröffentlicht. Spannend fand ich daran, dass beim Dreh ähnliche Probleme bestanden haben wie bei den Soldaten in dem Film:

Die Arbeit mit den Schauspielern war der wahre Kampf. Im Film geht es um einen Haufen Männer, die sechs Monate in der Wüste darauf warten, in den Kampf ziehen zu können. Wir waren ebenso lang in der Wüste, und die Darsteller verloren mit der Zeit jeden Sinn dafür, woran sie überhaupt teilnahmen. Wenn Männer zu lange unter sich sind, kann das nicht gut ausgehen. Es gab viele Kämpfe, zu viel Wettbewerb, zu viel Machtgehabe, zu viel Testosteron. Ich habe dagegen aber nichts unternommen, sondern nur versucht, die Stimmung für den Film einzufangen.
Besonders gut fand ich an dem Film, dass der den Wahnsinn zeigt, aber ohne polemisch zu werden. Wie es bei den politischen Filmen der letzten Zeit leider so oft der Fall ist. Auch hierzu äußert sich der Regisseur in dem Spiegel-Interview. Auf eine Frage des Interviewpartners warum die Einstellung von Mendes zum neuen Irak-Krieg nicht im Film deutlich wird, sagt er
Ich halte es für ziemlich einfach, sich hinter einer Meinung zu verstecken. Deswegen wollte ich keine Polemik wie Michael Moore drehen, die ohnehin von nur wenig Interesse und nach einem Jahr schon wieder vergessen wäre. Hätte ich Swoffords Buch auf diese Weise interpretiert, hätte ich Verrat begangen. Er beschreibt einen Marine, der die Marines hasst, gleichzeitig aber weiß, dass sein Job ihm bei der Selbsterkenntnis und dem Verstehen der Welt geholfen hat. An meinen Film soll man sich noch in 20 Jahren erinnern.
Auch Telepolis hat eine Kritik über den Film veröffentlicht. Auch Telepolis folgt dem Vorbild des Films und verzichtet weitgehend auf Polemik, wie man sie leider doch öfter mal bei Telepolis lesen kann.

Thursday, December 15, 2005

Verbindliche Grundschulgutachten in NRW

In NRW wurde im Kabinett das neue Schulgesetz verabschiedet. Einer der umstrittesten Punkte darin ist das verbindliche Grundschulgutachten. Dies bedeutet, dass die Grundschullehrer einem Schüler ein Gutachten ausstellen, wo der Schüler in Zukunft am besten unterrichtet werden könnte (Hauptschule, Readschule oder Gymnasium). Dieses Gutachten gibt es schon heute, aber bisher können Eltern das Gutachten als Empfehlung verstehen und sich gegen den Rat des Lehrers entscheiden. In Zukunft zählt der Wille des Lehrers mehr als der Wunscht des Kindes und der Eltern.

Ich halte es immer noch für eine verdammt schlechte Idee. Der Willen des Staates zählt offensichtlich mehr als der Willen der Individuum. Und dieses Gesetz wird von der FDP mitgetragen. Eigentlich nicht zu glauben.

Auf dem letzten Politisch-Programmatischen Wochenende der Julis NRW in Bad Honnef haben wir auch über das Thema diskurtiert und auch dort hält man das Gutachten für eine gute Idee. Diskurs gab es nur ob und welche Tie-Breaker man möchte.

Das Problem bei diesen Gutachten ist eigentlich bekannt. Sie sind sehr oft falsch. Laut eine Vergleichsstudien von Iglu ist die Hälte aller Schulempfehlungen falsch. Die Befürworter der verbindlichen Gutachten verweisen immer darauf, dass die Eltern ihr Kind überschützen und auch aus Prestigegründen auf das Gymnasium schicken würden. Dies stimmt bestimmt sogar. Aber die Trefferquote wird dabei wohl aber besser sein als 50%. Der viel wichtigere Punkt für mich ist allerdings. Die Lehrer fällen eine Entscheidung, müssen aber nicht mit den Konsequenzen leben. Ob die Entscheidung richtig oder falsch war, erfähren die Lehrer nicht. Die meisten wird es wohl auch nicht interesssieren.

Wir brauchen in unserm Schulsystem mehr Durchlässigkeit zwischen den Schulformen und nicht mehr Hindernisse. Diese Entwicklung ist sehr schade.

Neu für mir war, dass diese Verhinderung des Elternwillens nur in eine Richtung gilt. Nach oben. In Spiegel Online heisst es dazu:

Danach sollen die Lehrer entscheiden, ob das Kind zum Beispiel für das Gymnasium geeignet ist - und im Konfliktfall können sie die Eltern übergehen.

In der Vorlage zur Novellierung des Schulrechts heißt es dazu wörtlich, dass der "Elternwille dann nicht maßgeblich (ist), wenn nach einer pädagogischen Prognose die fehlende Eignung eines Kindes für die gewünschte Schulform offenkundig ist".

Diese Regelung soll freilich nur dann greifen, wenn die Lehrer ein Kind für nicht gut genug befinden. Soll im Umkehrfall aber etwa die intelligente Tochter einer türkischen Putzfrau auf die Hauptschule geschickt werden, obwohl ihre Noten locker fürs Gymnasium reichen, dürfen die Eltern dies weiterhin nach eigenem Ermessen bestimmen.

Dies macht die Sache auch nicht besser. Man sieht es wohl so also ob der eine Fall der intelligenten Tochter nicht so wichtig sei.

Bei dem Thema muss ich immer an meine Grundschule vor Ort denken. Meine Lehrerin in der Grundschule hat damals in der dritten Klasse zu einem schlechten Schüler, der mal mutig gewesen ist und aufgezeigt hat, gesagt, dass er nicht mehr bei ihr aufzeigen soll, da es eh nichts bringt. Ich weiß die Worte noch wie damals. So erstört man zwangsläufig dann auch die letzte Lust auf Lernen. Ein merkwürdiges pädagogisches Konzept. Mir graust es, wenn ich daran denke, dass die Grundschulgutachten von derartigen "Pädagogen" in Zukunft verbindlich sein sollen. Wieviel Mühe mit einer ordentlichen Zuordnung nach Fähigkeiten wird man sich da wohl machen. Das wird wohl so ablaufen:

"Der Sohn vom Chefarzt erhält auch bei mittleren Leistungen eine Gymnasialempfehlung, die Tochter der türkischen Putzfrau bekommt trotz guter Leistungen nur eine Hauptschulempfehlung", so Bos'€™ plakative Zusammenfassung.
(Spiegel Online) Solche Lehrer mögen Einzelfälle sein, aber jeder einzelne Fall eines fahrlässig falsch zugeordneten Schülern (Fehler passieren in geringen Massen auf jeden Fall) ist ein Skandal.

Man solche Fehlentscheidungen nicht komplett verhindern, aber man sollte die Entscheidung in die Hände geben, die mit der Entschiedung leben müssen. Und dies sind die Eltern und die Kinder. Nicht die Lehrer also nicht der Staat sollte sich in eine solch wichtige Entscheidung weiter als mit einer Empfehlung einmischen. Modern und zukunftfähig soll die Schule in NRW werden. Dazu sind in dem Schulgesetz einige gute Punkte dabei, aber das verbindliche Gutachten gehört nicht dazu.

Saturday, December 10, 2005

Vorwärts: Die SPD und die Medien

Gerade habe ich bei Spiegel Online gelesen, dass die Mitgliederzeitschrift "Vorwärts" der SPD in Zukunft auch wieder an Kisoken verkauft werden soll. Die SPD erhofft sich damit aus dem Mitgliedermagazin ein offenen Diskussionsforum zu machen. Es soll auch "externen Autoren und kontroversen Meinungen" eine Plattform bieten.

Soweit so gut, aber hat die SPD nicht schon so viel Medienmacht, dass die eine Zeitung mehr oder weniger da auch egal ist. Durch die SPD-eigene Holding DDVG (Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft) hält die SPD Anteile an zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften. Unter anderem sind dies die "Westfälischen Nachrichten", die auch in Paderborn erscheint. In der Vergangenheit hielt sie auch Anteile an der "Frankfurter Rundschau". Einige haben (wohl durch "geschicktes" Zahlendrehen) berechnet, dass die SPD durch die DDVG der zweitgrößte Verleger sein soll.

Diese "Vorwürfe" sind so wohl falsch, aber auch die offizielle Beteiligungsliste ist erschreckend. Die Medien kontrollieren in unserem Land u.a. auch die Politik. Bei diesen Verlagen scheint eine solche Kontrollfunktion dann wohl nicht mehr zu bestehen. Dies läßt sich zumindest stark vermuten.

In der offiziellen Stellung der DDVG zum Vorwurf "zweitgrößter Verleger Deutschlands" zu sein, sind alle Beteiligungen und die Auflage der Zeitungen aufgelistet. Danach ist die DDVG der 11. größte Verleger Deutschlands und dies ist wohlgemerkt die Eigendarstellung. In einigen Regionen ist der Marktanteil nach den eigenen Angaben wesentlich höher. In Sachsen zum Beispiel liegt der Anteil 18,8%.

Der Clou bei der Berechung ist, dass bei einem Anteil von 50% auch nur 50% der Auflage dem SPD-Ableger zugeordnet werden. Ich kann nicht beurteilen, ob diese Art der Berechnung "korrekt" oder üblich ist, aber es erscheint mir doch so, als ob die Marktmacht der DDVG damit eher zu klein dargestellt wird.

Die Blätter mit indirekter SPD-Beteiligung haben in Deutschland insgesamt eine Auflage von mehr als 10,2 Millionen (1.8 Millionen Tageszeitungen und 8.4 Millionen Anzeigenblätter). In Deutschland werden insgesamt täglich 23,2 Millionen Tageszeitungen verkauft und 86,8 Millionen Anzeigenblätter). Also hat die SPD (wenn auch im Zweifelsfall auch nur geringen) Einfluss auf 7,9% der Auflage der Tageszeitungen. Wow. Der anteiligen Einfluss (mit Hinblick auf die Beteiligung) liegt bei 2,3%. Auch dies ist für eine Firme, die einer politischen Partei gehört, immer noch ein erstaunlicher und erschreckender Wert, meine ich.